Karateverein Leimen

Mitglied im Deutschen Karateverband (DKV)



 

 

Teruo Kono 8. Dan Wado Ryu Hanshi


Timing und Bewegung

 

Das Timing ist beim Kämpfen einer der entscheidenden Faktoren. Hierbei muss man sich stets darüber im Klaren sein, dass es sich  in erster Linie nicht um eine Frage der Schnelligkeit sondern vielmehr der Rechtzeitigkeit handelt. Timing ist immer als korrektes Beginnen der eigenen Aktionen im Verhältnis zu den Aktionen des Gegners zu sehen - ein Spiel um Aktion und Reaktion.

Es lassen sich  5 verschieden zeitliche Formen unterscheiden:

  1. überraschender Angriff auf den unvorbereiteten Gegner (sente / Ergreifen der Initiative)
  2. Abwehr des Angriffs ohne die Möglichkeit selbst zu handeln (gote / Verlust der Initiative)
  3. Abwehr des Angriffs unter gleichzeitiger Erlangung der Intitiatve, z.B. durch Konterangriff (gosennote)
  4. Gleichzeitiger Konter (sennote)
  5. der Konterangriff kommt dem eigentlichen Angriff zuvor (sensennote /"Der Verteidiger ließt im Herzen des Angreifers")

In einer Vielzahl von Partnerübungen wird das Timing trainiert und als Strategie für den freien Kampf entwickelt. Da ein Kämpfer sich stets auf den Kampf und seinen Gegner konzentrier, tauchen die Formen sente und gote lediglich in den Anfängerübungen auf.

 yokeru koto und tai sabaki

Aufgrund seine Wurzel im japanischem jiu jitsu sind im Wadokai-Karate Technik und Reaktion oft auch mit Ausweichbewegungen verbunden. Das Ausweichen führt zum Einen zur Vermeidung von Treffern, zum Anderen ermöglicht es  die optimale Positionierung für die Ausführung eigener Techniken.

Fußbewegung (ashi sabaki) und Körperwegung (tai sabaki) schaffen  die richtige Distanz und den korrekten Winkel zum Gegner. Viele Übungsformen in kata, kihon und kumite schaffen den erforderlichen technischen Rahmen, um diese Fertigkeit zu trainieren.

Die Art der Bewegung im Zusammenspiel mit dem Gegner / Partner lässt sich durch die 3 Befriffe nagasu (fließen lassen),  inasu (ausweichen) und noru (mitgehen) beschreiben. Bei diesen Prinzipien ist erkennbar, dass es im Wadokai Konostil nicht darum geht, Kraft mit Gegenkraft zu beantworten. Vielmehr soll die vom Gegner aufgebracht Energie und Bewegung gegen ihn genutzt werden.

Ziel der Bewegung bleibt für den Karateka die Bezwingung des Gegners.